Gespräch mit Professor Maarouf über neue Themen der Tiefen Hirnstimulation. ( 24.08. 2016 )

 

Diesmal ist es  nicht ein klassisches Interview, sondern ich habe Anregungen und Fragen von Patienten aufgegriffen und die Gelegenheit genutzt, diese Herr Professor Maarouf von den Kliniken Köln - Merheim zustellen.

 

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Hier die Ergebnisse:

 

Medtronic Stimulator hält deutlich länger als angenommen

 

 

 

Zunächst einmal Neuigkeiten zu den wiederaufladbaren Geräten der Firma Medtronic, die etliche THS - Patienten nutzen:

 

 

Es handelt sich um den wiederaufladbaren Medtronic Activa  RC von Medtronic.

 

 

Medtronic hat jetzt die Bestätigung herausgeben, das das Gerät nicht, wie den meisten Trägern mitgeteilt wurde 9 Jahre hält, sondern  18 Jahre , also doppelt so lange.

 

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Tiefe Hirnstimulation mit Roboter ROSA:  Angenehmere  Situation

 

 

Wie in einem andern Artikel bereits erwähnt, nutzt die Klinik Merheim einen Operationsroboter namens ROSA.

 

 

 

Mit diesem  Gerät ist es künftig nicht mehr nötig , die Haare  vor der Operation entfernen zu lassen.

 

Sowohl Professor Maarouf  als auch ich hatten in vielen Gesprächen und Kontakten, den Eindruck, dass dieser Fakt für sehr viele Patienten , insbesondere der weiblichen, ein ganz erhebliches Kriterium darstellt.

 

 

Aus dem gleichen Grund werden an der Klinik die Operationswunden von innen vernäht, was deutlich weniger Narben hinterlässt.

 

 

 

Die Erfahrungen seit  vergangenem Jahr, so Professor Maarouf,  mit ROSA scheinen überaus gut  zu sein - insbesondere bei komplexen Operationen ist dieser Roboter bei seiner Arbeit enorm genau und schnell, was die Belastung für Chirurg und Patient sehr erleichtert.

 

 

Professor Maarouf führte etwa Epilepsie - Patienten an, bei denen bis zu 16 ( ! ) Sonden  gesetzt werden müssen.

 

 

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Die Tiefe Hirnstimulation weitet ihre Anwendungsgebiet ständig aus

 

 

Im vergangenen  1 / 2 Jahr sprachen mich zahlreiche Patienten an, das ihnen von einer Universitätsklinik zu einer THS geraten wurde.

 

 

Dabei  ging es  um ein Forschungsprojekt zu Epilepsie und Depressionen, erstaunlicherweise von der psychiatrischen Seite angeregt.

 

 

Diese Klinik verfügt jedoch über keinen Neurochirurgen, der bereit wäre , auf diesem Gebiet zu operieren - daher werden diese Patienten auf die auf dieser Webseite genannten Kliniken zurückgreifen müssen.

 

 

Überhaupt dehnt  sich die Tiefe Hirnstimulation in immer weitere Bereiche aus:

 

Schmerzpatienten etwa konnten bisher mit einer Morphiumpumpe am Rückenmark behandelt werden oder einem Verfahren, das sich SCS - Rückenmarksstimulation nennt und im Prinzip so funktioniert, das Schmerzen in ein " Kribbeln "umgewandelt werden.

 

 

Laut Professor Maarouf ist dieser Effekt jetzt auch über die Tiefe  Hirnstimulation erreichbar und in vielen Fällen deutlich besser geeignet.

 

 

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Wie an den genannten Indikationen allein hier zu entnehmen ist, dehnt sich die THS auf zunehmende Gebieten sehr schnell aus.

 

 

Diese Webseite war einmal ausschließlich für Zwangsstörungen gedacht.

 

 

Durch die häufigen Ansprachen aus anderen Fachgebieten, scheint sich folgendes Bild zu ergeben:

 

Es  scheint immer noch  sehr häufig vorzukommen, das diese Verfahren, jenseits der Kliniken unbekannt ist, offenbar oft auch bei niedergelassenen Ärzten, aber auch bei den Interessenvertretungen der einzelnen Betroffenen.

 

 

So muß man jedenfalls annehmen, wenn mittlerweile schon Parkinson - Kranke hier nachfragen, weil sie von ihren Verbänden oder im Internet nichts finden.

 

 

Wir werden eventuell versuchen eine Übersicht der Leistungsfelder der Tiefen Hirnstimulation zu erstellen.

 

 

Dazu ist aber die Mitarbeit einer der Spezialkliniken nötig, denn jenseits der Zwänge ( fehlt mir als Autor ) dort natürlich  jegliche Kompetenz.

 

 

Ich verspreche allerdings, das wir daran arbeiten, so dass sich die Chancen für Hilfesuchende erhöhen.

 

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EU - Ausländer können sich in Deutschland er tiefen Hitnstimulation unterziehen

 

Gute Nachrichten gibt es auch für die Einwohner der EU , die nicht aus Deutschland kommen.

 

Tatsächlich ist es möglich im Rahmen eines Sozialversicherungsabkommens, sich auch als EU - Ausländer in Deutschland auf Krankenkassenkosten behandeln zu lassen.

 

 

Dies kann insbesondere dann von Bedeutung sein , wenn ein Land diese Behandlung nicht ( Großbritannien )  oder nur mit wenig Erfahrung anbietet.

 

 

Das Formular nannte sich bisher E 111 und ist heute durch die europäische Versicherungs- karte ersetzt.

 

 

Entsprechende Anträge sind bei der heimischen Krankenkasse VOR der Operation zu stellen.

 

Laut Professor Maarouf sind schon häufiger derartige Anträge durchaus genehmigt worden.

 

 

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Die größten Fortschritte der Tiefen Hirnstimulation

 

 

Auf die größten Fortschritte hin angesprochen, nannte Professor Maarouf, das die Tiefe Hirnstimulation immer individualiserbarer werde.

 

 

Das heißt etwa, das bei gleichzeitigem Vorhandensein einer Zwangsstörung und einer generalisierten Angststörung der Operationspunkt individuell gewählt werden kann.

 

 

Aus gegeben Anlass heraus, wurde auch die Frage gestellt , ob etwa zwei Stimulatoren implantierbar wären - in diesem Fall geht es um Depressionen bei gleichzeitiger Schmerzsymptomatik.

 

 

Laut Professor Maarouf ist auch dies möglich.

 

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Tiefe Hirnstimulation bei jungen Patienten - einfachere Zugangskriterien

 

 

Weiterhin wurde von einer jungen Psychologin  / Psychiaterin der Universitätsklinik Köln anlässlich des dortigen ersten THS - Tages seinerzeit in der Gedanke in den Raum gestellt, ob man ( hier geht es auch insbesondere um die psychischen Erkrankungen, nicht in einem früheren Stadium operiert werden könnte.

 

 

Wie ich durch die Kontakte zu einigen Patienten ( operierte und auch nicht  operierte ) ist der  Anteil jüngere Patienten gar nicht so gering.

 

 

Gerade hier stellt sich die Frage, da einerseits schon erhebliche psychiatrische Erfahrungen gemacht wurden - mitunter erfolglos.

 

 

Das Ergebnis kann dann natürlich eine " gebrochene " Vita sein, was es auf dem Arbeitsmarkt und infolgedessen auch in den sozialen Systemen außerordentlich erschwert.

 

 

Erstaunlicherweise stimmte Professor Maarouf diesem Ansatz zu, und in solchen Fällen - entsprechender Leidensdruck  und Vita vorausgesetzt - die Kriterien nicht zu eng auszulegen.

 

 

 

Wichtig ist:

 

Die Tiefe Hirnstimulation soll hier kein " bequemer " Ersatz für die konventionelle Therapie sein.

 

 

Wenn aber manche nach der ambulanten Therapie noch drei weitere Reha - Aufenthalte fordern sind rund sechs Jahre vergangen, was für die künftige Lebensgeschichte  geradein jungen Jahren außerordentliche Auswirkungen haben kann.

 

 

 

Natürlich wird nicht jedem geholfen werden können, dennoch halte ich es für wichtig, dass Patienten um die Möglichkeiten Bescheid wissen.

 

 

Es ist auch nicht zwingend so, das ausschließlich die Klinik Merheim dazu in der Lage wäre.

 

 

Ich kann aber nur sagen, das offenbar hier die Bereitschaft dazu da ist, von den andern Kliniken weiß ich es nicht, der Aufwand überall nachzufragen wäre für eine Person allein auch zu groß.

 

 

Im Grunde ist es so, dass wir gerade auf dem Gebiet der Tiefen Hirnstimulation - und hier insbesondere im Bereich der psychischen Erkrankungen JEDE vorhandene Klinik brauchen, in diesem Segment sogar eher mehr als weniger.

 

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Dieses Gespräch entspricht dem, was ich persönlich aus meine Gedanken und Notizen wiedergeben kann.

 

 

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 KONTAKT ZU MIR

Eine persönliche Bitte

 

 

Ohne  einige Kontakte wären Fragen an diesem Tage sicher nicht so gestellt worden.

 

Daher meine Bitte:

 

Scheuen Sie sich nicht mich anzusprechen, wenn die THS ein Thema für Sie sein sollte.

 

Nur so ist es möglich den Bereich auszuweiten.

 

Melden Sie sich gerne

 

HIER

 

Eine weiter Bitte:

 

 

Wenn das Thema irrelevant oder für Sie abgeschlossen sein sollte, benachrichtigen Sie mich kurz, denn natürlich ist das Wie und Warum auch eine wichtige Erkenntnisquelle.