Therapie bei Zwangstörung:  Vergleich  der Wirksamkeit bei Behandlung MIT Tiefer Hirnstimulation versus OHNE Tiefe Hirnstimulation ( 6,8 Jahre +/- 3 Jahre

Tiefe Hirnstimulation bei austherapierter Zwangsstörung versus herkömmlicher Therapie  überlegen
Vergeleichsstudie: Patienten mit starker Zwangserkrankung mit Tiefer Hirnstimulation versus ohne Tiefe HIrnstimlation ( Durch KLICKEN VERGRÖSSERN )

Quelle:  Mar-Barrutia L., Ibarrondo O., Mar J., Real E., Segalàs C., Bertolín S., Aparicio MA., Plans G., Menchón JoséManuel, Alonso P., Langfristige vergleichende Wirksamkeit der tiefen Hirnstimulation bei schwerer Zwangsstörung -Zwangsstörung,Hirnstimulation(2022), doi:https://doi.org/ 10.1016/j.brs.2022.07.050.

( plus eigene Barbeitung )

Ergänzende Quellen.

Langzeitergebnis der tiefen Hirnstimulation –de Graat des ventralen Teils des vorderen Glieds der inneren Kapsel in einer Kohorte von 50 Patienten mit behandlungsresistenter Zwangsstörung

( 50 Patienten mit Tiefer Hirnstimulation bei Zwangsstörungen in einer Studie  mit   ergändenden Daten der Jahre  1 - bis 3.
Uneingeschränkter ZugangVeröffentlicht: 28. August 2020 DOI: https://doi.org/10.1016/j.biopsych.2020.08.018

Langzeitvergleich


1.    von  25 Patienten mit schwerer Zwangsstörung mit angewendeter Tiefer Hirnstimulation

2.    mit  25  Patienten, denen dies Methode angeboten wurde, aber von diesen abgelehnt wurde und mit         herkömmlicher Therapie  weitermachten wollten.

In der Abteilung für Psychiatrie des Hospital de Bellvitge (Barcelona, Spanien) wurden 25 Patienten mit schweren bis extremen Zwangsstörungen / OCD  zwischen 2007 und 2020 rekrutiert, und einer Tiefen Hirnstimulation unterzogen

 

 und langfristig ( nach  6 Jahren plus / minus   rund  3 Jahre ) |bewertet wurden

 

im Vergleich zur herkömmlichen Therapie - bei austherapierten Patienten.


Als Kontrollgruppe  dienten 25 zwangserkrankte Patienten, gleicher  Symptom ( -stärke ), gleicher Zwangsart, sozialer und demographischer Struktur, und das Ergbenis verglichen mit einer Kontrollgruppe von 25 Patienten mit schweren Zwangsstörung, die  ihre übliche Behandlung beibehielten.


Beide  Gruppen waren nach bisherigen Maßstäben austherapiert, waren  schwer durch ihre Zwangsstörung belastet (  YBOCS rund 32  - 35  von 40 möglichen. ) *)

 

* ( YBOCS Berechnung vereinfacht erklärt und zur nährungsweisen ( Selbst ) Berechnung hier klicken.

 
Gleichzeitig wurden ebenso Veränderungen
•    begleitender Depressionen ( HAMD – Skala )
•    und der  allgemeinen psychischen, sozialen und beruflichen Funktionsfähigkeit ( GAF - Skala ) ( Wikipedia  ) gemessen.

 

* Anmerkung: Die Kriterien um eine THS zu erhalten entsprechen weitestegehend denen an  deutschen Kiniken.

Langfristige Ergebnisse  der Besserung der Zwangsstörung MIT Tiefer Hirnstimulation versus  herkömmliche Methoden ( OHNE Tiefe Hirnstimulation )

Ergebnisse des Vergleichs
Besserung MIT Tiefer Hirnstimulation Ergebnis OHNE Tiefe Hirnstimulation
Durchschnittliche Besserung der Zwänge langfristig  42,5 %  4,8 %
     
Besserung Zwänge mindestens 35 %      56,0  %  0,0 %
weitgehend symptomfrei ( Besserung > 75 % YBOCS < 8 )

8,0%

 

0,0 %
Besserung der Zwänge um mehr als 25 % aber weniger als 35 % 28,0  % 8,0 %
     
Besserung der begleitenden Depressionen  der Zwangsstörung ( HDRS ) 39,2 % 6,2 %
Besserung des psychischen Allgemeinzustandes bei Zwangsstörung ( GAF  )  43,6 %  4,2 %

Die Tiefe Hirnstimulation bei ( schweren )  Zwangsstörungen zeigt sich deutlich überlegen gegenüber herkömmlichen Verfahren, sogar bei den Co - Erkrankungen  Depression und  allgemeinem Wohlbefinden

Der Durchschnitt IN DIESER Studie lag bei 33,5 - 35 YBOCS - Pinkten, in Deutschland ist eine THS bereits ab etwa 28 Punkten möglich, was die Möglichkeit offen lässt, das das frühzeitigere Eingreifen noch besserr Ergbenisse ermöglichen könnte.

Anmerkung: Die Zulassungskriterien zur Tiefen Hirnstimulation entsprachen weitestgehend denan deutschen Kliniken geforderten ( hier Universitätsklinik Köln )

Voarussetzungen für eine THS - Therapie bei Zwangserkrankungen: Hier Universitätsklinik Köln
Voraussetzungen für die Tiefe Hirnstimulation bei Zwangserkrankungen: Hier Universität Köln - ZUM VERGRÖSSERN KLICKEN

Neben der Wirksamkeit der Tiefen  Hirnstimulation als Verfahren der Wahl bei Patienten, die  mit den herkömmlichen Methoden bereits gescheitert waren, war es auch Aufgabe der Studie,

 

die Langzeit - Stabilität der Methode zu belegen:

 

Aus der obigen Grafik ist ersichtlich, das dies der Fall ist ( Nachbeobachtungzeit  im Schnitt bei 6,4 Jahren (  plus / minus 3,4 Jahre )

 

Die verbliebenen, seltenen, Schwankungen  können in den allermeisten Fällen erklärt werden durch:

 

  1.  nicht rechtzeitigen Austausch der Batterie ( was einer Unterbrechung der THS gleichkommt )
  2.  Kabelbrüchen ( was einer Unterbrechung der THS gleichkommt )
  3. hypomanische Episoden als Nebenwirkung ( die aber durch eine Veränderung in der Einstellung der Stimulation behoben werden kann.
  4. belastende persönliche  Ereignisse ( Tod eines Familienmitgiedes / Scheidung )

Die Punkte 1 und 2 können im der Regel durch Austausch  korrigiert werden, der Punkt  3  im Wesentlichen durch verbesserte Einstellung oder Anpassung des Gerätes, in Teilen  auch Punkt 4 durch ( zeitweise  Erhöhun der Stimulation )

 

Beim  1  Jahres - Ergebnis  ergibt sich eine Erfolgsquote

  • von 28,5 %  mit mindestens  25 % Verbesserung
  • und 58,0 %  mit mindestens  35 % Verbesserung

    Im LANGZEITVERGLEICH lag diese ( siehe Grafik )  dauerhaft  stabil.:

Tiefe Hirnstimulation in der Behandlung von Zwangserkrankungen ist hochgradig stabil bei erreichten Erfolgen.

Auffällig war  bei dieser Untersuchung / Studie, das ALLEN Patienten (  THS  Gruppe und Kntrolllgruppe )  eine begeleitende Behandlung mit der kognitiven Verhaltenstherapie mit Reizexpostion angeboten wurde.

Sie wurde in der THS - Gruppe von 21 von 25 Patienten ( 84  %  ) abgelehnt

 

und in der Kontrollgruppe von 17 von 25 Patienten ( 68 % ) wahrgenommen .

Trotz Ablehnung einer postoperativen Verhaltenstherapie konnten  Zwangskranke THS  Patienten  ein sehr überzeugendes Ergebnis erreichen

 Anmerkung:

Mir als Autor der Seite ist es überaus wichtig zu sagen, das

- dies nicht bedeutet, dass die Bewätigung der Zwänge ein " Selbstläufer " ist:

-auch wenn die  kognitive Verhaltenstherapie anscheind kaum einen Beitrag zum Erfolg nach der THS leistet, so ist doch eine hohe Disziplin, Geduld und Einsatzbereitschaft des Patienten gefordert.

Sie kann ferner bedonders nützlich sein bei den Themen soziale Isolierung, Wiederingliederung familiäres Leben )

gemäß einer weiteren Studie.

 

Sie ist vielleicht nach der THS nicht das Mittel der Wahl, aber ebensowenig heißt es
" Stimulation an: - Füsse hochlegen "

Mir ganz persönlich ist  dabei wichtig ( und wie ich einigen Zuschriften entnehme ):

 

  1. Daraus ist auch ersichtlich, das der Nachbehandlung, also einer INDIVIDUELLEN  Einstellung der Stärke der Stimulation , eine überaus große Bedeutung zukommt.

  2. Wer wann reagiert liegt ebenfalls an den Voraussetzungen, ist  somit individuell - auch nach  deutlcih mehr als 1 Jahr ist der Erfolgseintritt möglich.
    Dies ist kein Wettrennen und  ein Kopfhängen lassen ist absolut kontraproduktiv.

  3. Der negativste Einfluss kann dabei das persönliche Umfeld des Patienten sein:

    Wenn das Umfeld reagiert mit , "  hab ich  dir doch gesagt " ,  "nun mach mal"  , " bei andern wird das auch besser " , oder man selbst meint, man könne  schnell eine Abschlußarbeit arbeiten, gleichzeitig heiraten, ein Kind kriegen, UND DANN NCH familiärer DRUCK aufkommt,  demm dem muß man sagen:
                           THS bei Zwängen ist nicht  Knopf an und ich kann alles.

 

Resümee:  Bei austherapierten Patienten zeigt sich die Tiefe HIrnstimulation bei Zwängen als ausgesprochen erfolgreich mit rund 60 % Ansprechrate  bei einer durchschnittlichen Verbesserung von rund 42,5 % bei gleichzeitigem Versagen herkömmlicher Methoden

Interessante weitere Aspekte:

Zusammengenommen deuten diese Ergebnisse darauf hin, dass die positiven Auswirkungen von DBS auf die Arbeitsfähigkeit auch nach mehreren Jahren noch zunehmen. ( D  Grat et al. )

" Bei der Langzeitverfolgung waren fast doppelt so viele Patienten ( 42 % ) in der Lage zu arbeiten oder zu studieren, als nach einem Jahr THS ( 22 % ). Zuvor haben wir beobachtet, dass nur 2 von 17 ( 22 % ) nach einem Jahr THS arbeiten oder eine ehrenamtliche Tätigkeit aufnehmen konnten. " ( Quelle 2 /  Graat ).

Weniger Psychopharmaka Einsatz / Medikamente bei der Tiefeh  Hirnstimulation nötig  als ohne THS

" Bei der Langzeitnachsorge verwendeten weniger Patienten Psychopharmaka als zu Studienbeginn. Elf von 50 Patienten setzten Antidepressiva und/oder Antipsychotika während der Nachbeobachtung ab (9 Responder und 2 Non-Responder). Weitere 10 Patienten senkten die Medikamentendosis und 8 Patienten wechselten die Medikation."( Quelle   2 / Graat )

Zwangstörungen und tiefe Hirnstimulation: Auch Wirkungseintritt / weiter Verbessserung nach längerer Dauer möglich.

In einer kürzlich durchgeführten systematischen Überprüfung des Ansprechens auf Tiefe Hirnstimulation beobachteten wir eine ähnliche Verringerung Symtome um etwa 47 % Patienten im Kurzzeit- (weniger als 36 Monate) und Langzeit-Bereich (mehr als 36 Monate). Nichtsdestotrotz erfüllten signifikant mehr Patienten die Ansprechkriterien (Reduktion der Y-BOCS-Scores um ≥ 35 %) im Langzeit-Follow-up (70,7 % vs. 60,6 %), was darauf hindeutet, dass eine fortschreitende langsame Verbesserung des Ansprechens auf THS auftreten kann.( Quelle 1 / Mar- Burritita )

Quellenverzeichnis

 

1) Brain Stimulation  Full length article| Volume 15, ISSUE 5, P1128-1138, September 01, 2022 Long-term comparative effectiveness of deep brain stimulation in severe obsessive-compulsive disorderShow all authors Open AccessPublished:July 31, 2022DOI:https://doi.org/10.1016/j.brs.2022.07.050

 

2) Biological Psychiatry - Archival Report| Volume 90, ISSUE 10, P714-720, November 15, 2021Long-term Outcome of Deep Brain Stimulation of the Ventral Part of the Anterior Limb of the Internal Capsule in a Cohort of 50 Patients With Treatment-Refractory Obsessive-Compulsive Disorder

Open AccessPublished:August 28, 2020DOI:https://doi.org/10.1016/j.biopsych.2020.08.018

 

 

 

(Ergänzung-----> In Bearbeitung  ! )

Ende  der  1990 er Jahre endeckte der französische Neurowissenschaftler Binabid bei der bereits seit 10 Jahren angewendeten Tiefen Hirnstimulation von Parkinson - Patienten, die gleichzeitig an einer Zwangserkrankungenlitten, in deren Berichten, das  nicht nur ihre Parkinson - Erkrankung positiv beeeinflusst wurde, sondern beide berichteten übereinstimmend , daß ihre Zwangsstörung deutlich gebessert war.

 

Dies war die Geburtsstunde der Tiefenh Hirnstimulation bei psychiatrischen Erkrankungen, in dme Fall  bei den Zwangsstörungen.

 

Es legt auch nahe, daß der optimale Stimulationspunkt sehr nahe bei dem bei Parkinson üblichen Gebietliegen würde.

 

Auf dieser Basis  wurde  dann weltweit  weiter geforscht und optimiert und heute können" Responder - Raten (  Besserung > 35 %  )  in rund  70  plus  X  Prozent aller Fälle erreicht werden.

 

Natürlich  wurde und wird  der optimale Stimulationspunkt gesucht, immer jedoch  steht der Nucleus Accumbens in enger Verbindung dazu.

Der Acumbens wird auch das Belohnungszentrum  des Gehirns genannt un der ist eine sehr alte Struktur des Gehirns im unterbewußten Bereich.

 

Bei der Zwangsstörung, würde ich ihn lieber den " Entscheider oder  Zweifler " nennen, denn er bestimmt, ob wir uns mit einer rationalen Entscheidung zufrieden geben oder eben nicht.

 

Eben jener Accumbens " funktioniert "  bei einer Zwangsstörung nicht mehr korrekt und  verleitet uns zum " Überzweifeln ".

In schweren Stellen ist, ein Zufgriff durch Therapie auch kaum noch zu leisten, was immerhin 20  bis 40 % aller Fälle ausmacht:

 

Stärkt man  in der Therapie noch die Ratio, so  wird in schweren Fällen diese durch diese , eben im Unterbewußtsein leiegende Struktur, ständig gestört und ist nicht greifbar.

 

Neurochirurgisch wird er  verschiedenen Varianten angesprochen ( sei es direkt oder unter Berücksichtigung der Schale und / oder des Kerns oder auch  eines Gebietes namens Mediales Vorderhirnbündels.

 

Es geht also  mehr darum, wie man den effektivsten Zugriff auf dieses Gebiet bekommt,  als  darum, das man daran zweifelt das er die verantworliche Struktur ist.

 

Zusätzlich kommt hinzu, das in der Literatur verschiedee Namen gebräuchlich sind, denn immer  handelt es sich um genau diese Schaltstelle, die beeinflusst werden soll.