Patientenbericht: Tiefe Hirnstimulation bei Deprssionen

Tiefe Hirnstimulation bei Depressionen - Bericht einer Betroffenen

 

Meine Vorgeschichte

 

 

Vor meiner Tiefen Hirnstimulation hatte ich über 40 Jahre Depressionen, schon 5 Jahre sehr schwer.

 

Ich hatte mehr als 2 Jahre ambulante Therapie, mehr als 2 Jahre stationäre Therapie

 

40 verschiedene Antidepressiva (incl. Lithium)  in unterschiedlichen Dosierungen über manchmal mehrere Monaten
Ende 2015 hat die EKT nicht mehr richtig gewirkt - 45 EKTs hinter mir --ohne Erfolg.

 

Mir wurde die THS-OP vorgeschlagen.

Nach einigen Gesprächen hab ich mich dafür entschieden.

 

Dann ging es sehr schnell.

 

Die OP hat zwar ca. 8 Stunden gedauert, aber es kam mir nicht so lange vor, obwohl ich ständig wach war.

 

Alle 5 Minuten wurde ich gefragt, wie es mir geht, was ich rieche, was ich fühle usw.

Das Schlimmste, was ich fand, war die MRT am Ende der OP, weil ich mich bewegt hatte musste es 2x gemacht werden.

 

Ich war dann 2 Wochen auf der Neurochirurgie und 2 Wochen auf der Station für Zwangsstörungen.



Kaum wurde das Gerät eingeschaltet, ging es mir gut. Es war ein Gefühl wie frisch verliebt!!!! Als ob mir jemand eine Decke weg gezogen hätte und ich auf einmal die Welt in Farbe und nicht mehr nur Schwarz-Weiß bzw. Grau sehen könnte. 

 

Bei mir war es so, dass ich "sofort" eine Besserung gespürt habe, als das Gerät eingeschaltet wurde.

Es wurde auch ein Test gemacht, ob meine Alpträume von den Depressionen kommen, dabei war ich 2 Nächte im Schlaflabor, eine Nacht mit eingeschalteten Gerät, eine Nacht mit ausgeschalteten Gerät, wobei ich nicht wusste, wann es an oder aus war.

Ich hatte allerdings nur eine Nacht Alpträume und ich vermute mal, das war die Nacht als das Gerät aus war.

Das hab ich übrigens Zuhause auch mal ausprobiert, als ich wegen meiner Schmerzen kaum noch schlafen konnte habe ich es ausgeschaltet um zu sehen, ob die Schmerzen dann weg gehen, doch die blieben und zusätzlich kamen die Alpträume wieder!

 

Als die Stromstärke erhöht wurde, weil die Schmerzen mich so sehr runter gezogen haben, dass ich kaum noch Freude empfinden konnte, hat es ca. 30 Minuten
gedauert, bis ich eine Besserung gespürt habe.

Antidepressiva nehme ich nicht mehr (seit dem 17.12.2015) das macht mich froh! Ich hoffe auch dass das so bleibt!

Ich möchte anderen an dieser Stelle Mut machen. diesen Schritt, wenn möglich, zu gehen

 

Liebe Grüße

 

Marita

 

 

Anmerkungen  von uns

 

 

Als erstes möchten wir uns einmal bei Marita bedanken:

Sie ist die erste  die den Mut und die Bereitschaft hatte, über Ihre Tiefe Hirnstimulation bei Depressionen zu berichten.

Wir haben die E Mail - Adresse von Marita und haben uns  die Geschichte - natürlich mit  ihrer Erlaubnis  - durch die sie betreuende Klinik  verifizieren lassen.

Sie ist also  100 % ig echt.

Die Tiefe Hirnstimulation bei Depressionen ist KEINE Kassenleistung, dennoch wurde diese in Maritas Fall übernommen.

Daher ist es uns auch wichtig auf die für den Patienten kostenfreie Behandlung bei der Studie von Professor Coenen hinzuweisen.

Marita wurde übrigens an einer anderen Klinik operiert.

Auch bei Depressionen gilt:

Die Patienten müssen zu 100 % austherapiert sein, da heißt alles andere  bereits versucht worden sein

Bei den Schmerzen, die erwähnt werden, geht es um eine von den Depressionen und der THS unabhängige Erkrankung.

Ich möchte aber noch auf zwei Punkte hinweisen:

- 1-  Bis dato kam es häufig darauf an WO stimuliert wurde, und zwar scheint es so als ob der Punkt durchaus individuell ist.

Daher ergab sich oft die Besonderheit, das eine Art " Sofortwirkung " auftauchte oder gar keine.

 

-2 - Bei dem von uns vorgestellten Verfahren von Professor Coenen wird ein neuer Ansatz stimuliert - das Mediale Vorderhirnbündel - wen man so will nicht ein " Punkt " sondern die " Zuleitung " die vom Unterbewussten in den bewussten Bereich führt.

Das erklärt eventuell die hohe Erfolgsquote - es wird quasi nicht der richtige  " Lichtschalter gesucht, sondern die " Hauptleitung " stimuliert.

Nach einer " Vorstudie  "mit einer 87 % igen Erfolgsquote, betreibt  er eine weiter Studie mit weit größerem Umfang.

Die THS bei Depressionen ist keine Kassen - anerkannte Leistung.

Für Teilnehmer dieser Studie ist das Verfahren jedoch KOSTENFREI, und sofern ich erfahren konnte, können auch Betroffene aus der Schweiz und Österreich daran teilnehmen.

Es gab seinerzeit eine sehr erfolgreiche Vorstudie von Professor Coenen in Bonn - heute in Freiburg - die aber nicht die erforderliche Größe hatte.

Bitte das Interview mit Professor Coenen lesen, der sowohl einen Videobeitrag einer Patientin, als auch der behandelnden Ärzte beinhaltet, findet ihr

HIER

 

Vorweg sei gesagt, dass es sich vermutlich um eine Studie bei reinen Depressionen handelt, also etwa bipolare oder andere Erkrankungen ausschließt.

Dazu gab es kürzlich einen Radiobeitrag, der hier zu finden ist:

 

http://www.ardmediathek.de/radio/SWR2-Campus/Depressionen-operieren-Erfolge-mit-Tie/SWR2/Audio-Podcast?bcastId=3064&documentId=42046596.

 

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