Neue Wege in der Behandlung von Zwangsstörungen. Wenn man zahlreiche Therapien und Medikamente bei Zwangsstörungen erfolglos versucht hat, gibt es es keine weiteren Möglichkeiten mehr ?

Wir dürfen heute eine weitere Klinik vorstellen:

Behandlung psychischerErkrankungen am Beispiel der Zwangsstörung -  und neurologischer Störungen an der Medizinischen Hochschule Hannover mit der Tiefen Hirnstimulation: 

 

Prof. Dr. med. Joachim K. Krauss: Direktor der Klinik für Neurochirurgie MHH, Hannover

 

 

Einige Stationen von Herrn Professor Krauss:

 

1993 –1995 Oberarzt an der Abteilung für Allgemeine Neurochirurgie, Albert-Ludwigs-Universität, Freiburg

 

1995 –1997Assistant Professor, Department of Neurosurgery, Baylor College of Medicine, Houston, USA1997 –1998

 

Leitender Oberarzt und Leiter Funktionelle Neurochirurgie, Neurochirurgische Abteilung, Inselspital, Universitätsklinikum, Bern,Schweiz

1998 –1999 Chefarztstellvertreter, Neurochirurgische Abteilung, Inselspital, Universitätsklinikum, Bern, Schweiz1999 – 2005

 

StellvertretenderKlinikdirektor, Neurochirurgische Univ. Klinik, Klinikum Mannheim

 

2005–Direktor, Klinik für Neurochirurgie, Medizinische Hochschule Hannover

 

 

Herr Professor Krauss nimmt  zudem eine umfangreiche Zahl  von internationalen Führungspositionen  in akademischen Organisationen im Bereich Neurochrurgie / Stereotaxie und Tiefer Hirnstiumlation ein  --> Siehe Ende des Beitrags

 

Sehr geehrter Herr Professor  Krauss - wir danken Ihnen schon im Voraus für das Gespräch über die Tiefe Hirnstimulation

 

 

Wie: Seit wann befassen Sie sich mit Tiefen Hirnstimulation ?

 

Professor Krauss: Wir haben bereits erste Eingriffe mit der Tiefen Hirnstimulation 1995 vorgenommen Bis heute haben wir Erfahrungen bei rund 600 Patienten gesammelt.

 

Wir: Wann entschieden Sie sich  die Tiefe HIrnstimulation  auch bei psychiatrischen Erkrankungen einzusetzen ?

 

Professor Krauss:

 

Das tun wir bereits seit  2006 speziell auf den Gebieten der Zwangsstörung, Tourette und teilweise bei Depressionen.

 

Bei den Depressionen sind wir zur Zeit nicht tätig, sondern verweisen auf darauf aktuell spezialisierte Zentren ( Anmerkung des Verfassers: Bitte erfragen Sie bei uns , welche dies aktuell anbieten )

 

Die Tiefe Hirnstimulation bei Zwangsstörungen ist seit 2009 eine anerkannte Kassenleistung. bei Tourette werden vielfach die Kosten im Rahmen eines Heilversuches übernommen.

 

Wir:

 

Kann man sagen, das die Zwangsstörung bei den psychischen Erkrankungen auch  durch die Anerkennung der Krankenkassen eine Art Musterfunktion  hat ?

 

Professor Krauss:

Durch die  HDE - Zulassung durch die amerikanische FDA ( Gesundheitsbehörde ) und dem Angebot in Deutschland als Kassenleistung bestehen hier  natürlich die meisten Erfahrungswerte.

 

 

Wir:

Ist es so, das , das die Tiefe Hirnstimulation gerade bei Zwangsstörungen unter den  psychischen Erkrankungen bis dato die besten Ergebnisse liefert ?

 

Professor Krauss:

Auf jeden Fall: Wir haben die höchsten Erfolgsraten der Tiefen Hirnstimulation   genau dort.

 

Wir:

Die  Tiefe Hirnstimulation erfordert ja immer eine enge Zusammenarbeit mit den Psychiatern  der Klinik.

Wie gestaltet sich diese an der Medizinischen Hochschule Hannover ?

Wie ist das der Ablauf, wenn ein Patient mit dem Wunsch nach einer Tiefen Hirnstimulation bei Zwängen zu Ihnen kommt ?

 

Professor Krauss:

 

Wir haben eine sehr gute  Zusammenarbeit mit den hiesigen Psychiatern.

Wir sehen alle Patienten gemeinsam und somit gibt es eine Vorstellung  sowohl in der Neurochirurgie als auch in der Psychiatrie.

Die Psychiatrie überprüft alle Therapieformen, die gemacht worden sind, und schauen was man eventuell noch ergänzend vorder Tiefen Hirnstimulation machen sollte oder müsste.

Dabei geht es nicht nur um die medikamentöse Seite. sondern etwa auch ,ob die metakognitiven Therapien ausreichend versucht worden sind.

Welche Punkte sind noch zu berücksichtigen bei der Entscheidung hinsichtlich einer Tiefen Hirnstimulation bei  Zwängen ?

Eine  wichtige Frage ist: Ist der Patient auch gesund genug und ist das Umfeld in dem er lebt, auch so, dass er davon profitieren würde.

Genauer gesagt: Damit  ist gemeint, das der Patient selbst diese Maßnahme wünscht und nicht etwa sein Umfeld.

Ich sehe in diesem Bereich die größte Herausforderung darin, dass die Erwartungshaltung des Patienten korrekt ist.

 

 

Wir: " Das technische Procedere der Tiefen Hirnstimulation haben wir auf unserer Webseite bereits an vielen Stellen erläutertet (LINKS ).

 

 

Eine  gewichtige Rolle spielt ja auch die Einstellung des Schrittmachers und die Betreuung nach der Operation  - wie sieht es hier bei  den zwangskranken Patienten mit  erfolgter tiefer Hirnstimulation an der Medizinischen Hochschule Hannover aus ?

Professsor Krauss:

 

Die Schrittmachereinstellung  wird in regelmäßigen Abständen überprüft und an die individuellen Erfordernisse des Patienten angepasst.

Am Anfang erfolgt das etwa alle zwei Monate - falls erforderlich auch öfter - später dann in Jahresabständen.

 

Wir: Wie sehen Sie die laufende  oder die weiter Entwicklung bei der Tiefen Hirnstimulation ?

 

Professor Krauss:

Inzwischen setzen wir ja nicht nur Impulse über die Elektroden,  sondern sind  auch technisch in der Lage, darzustellen, dass und wie sich die Zwangsstörung im Gehirn ändert.

 

Wir:

 

Nicht zuletzt  die wichtige Frage: wie können potentielle Patienten zu Ihnen Kontakt aufnehmen ?

 

Professor Krauss:

 

Im Grunde haben wir  zwei  Mal die Woche eine Tiefen Hirnstimulations - Sprechstunde.

Da die Termine sich aber auch  einmal verschieben können i ist es am besten einen Termin hier im Hause über  mein Sekretariat zu vereinbaren und uns vorab die vorhandenen medizinischen Unterlagen zukommen zu lassen.

Postanschrift    Prof. Dr. med. Joachim K. Professor Krauss

Medizinische Hochschule Hannover

Klinik für Neurochirurgie

Carl-Neuberg-Str. 1

D-30625 Hannover

Telefondurchwahl         Tel.: 0511/ 532-6651/-6652

Fax.: 0511/ 532-5864

Mail: Professor Krauss.joachim@mh-hannover.de

 

Akademische Führungspositionen

 

 

 

President, World Society for Stereotactic and Functional Neurosurgery (2013–

 

 

Past President and Honorary President, European Society for Stereotactic and Functional Neurosurgery (2014 –

 

 

President, European Society for Stereotactic and Functional Neurosurgery (2010 –2014)

 

 

First Secretary, European Society for Stereotactic and Functional Neurosurgery (2002 –2010)

 

 

Vice-President, World Society for Stereotactic and Functional Neurosurgery (2005 –2013)

 

 

Director, World Society for Stereotactic and Functional Neurosurgery (2001 –2005)

 

 

Head, Task Force Neurosurgery, Movement Disorder Society (2006 –2011)

 

Head, Commission for Technical Standards, German Society for Neurosurgery (2007 –

 

 

Executive Committee, European Dystonia Research Group (2003 –

 

 

Chair and Executive Committee, Task Force DBS Dystonia (2008 –2012)

 

 

Chair and Executive Committee, Working Group MDS on PPN DBS (2011 –

Executive Committee

 

 

EURO Dystonia (2009 –

 

Executive Committee, International Society of Reconstructive Neurosurgery (2011 –

 

 

Chair, Working Group Surgery, EURO Dystonia (2009 –

 

 

Medical Advisory Board, European Dystonia Federation (2010 –

 

Chair, Education Committee, World Society of Stereotactic and Functional Neurosurgery (2010 –

 

 

Historian, European Society forStereotactic and Functional Neurosurgery (2011