Tiefe Hirnstimulation: eine effektive Behandlung bei Bewegungsstörungen (Parkinson, Tremor, Dystonie)

Die Parkinson - Erkrankung, sowie andere Bewegungsstörungen waren die ersten Erkrankungen die mit der Tiefen HIrnstimulation ( THS ) circa  seit Anfang der 90 er Jahre behandelt wurden.

Wenn Sie Betroffen sind , empfehle ich Ihnen , sich die Zeit für den vollständigen Text zu nehmen.

Sie wird oft dann in Erwägung  gezogen , wenn Medikamente nicht ( mehr ) ausreichend wirksam sind.

 

  Mittlerweile wurden rund 140.000 THS an Patienten durchgeführt.
In den persönlichen Gesprächen, die ich mit Patienten durchgeführtt habe, waren diese mit der Lösung, teils über Jahrzehnte hinweg, sehr zufrieden.

Natürlich kann dies auch ein zufälliger Eindruck sein. Sie werde nach diesem Artikel jedoch auch 3 Videos sehen können, bei denen Patienten selbst ihre  Erfahrungen schildern.

Insgesamt erscheint mir die Tiefe Hirnstimulation bei Parkinson, eine Lösung die durchaus in Erwägung zu ziehen wert ist.

Nicht jeder Patient  wird in der Nähe von Herrn Dr. Lehrke wohnen , daher  finden Sie hier einen Klinikfinder  mit Instituten , die die THS zur Verfügung stellen:
Klinikfinder Tiefe Hirnstimulation Parkinson und andere  Störungen

Im Folgenden, der Originaltext, den uns Herr Dr. Lehrke, Leiter der Klinik für funktionelle Neurochirurgie  in Hamm und einer der erfahrensten Operateure auf seinem Gebiet.

Zwei Erfahrungen deutscher Parkinson / Tremor  - Patienten mit der Tiefen Hirstimulation ( THS ) -

Sprache Deutsch  - Dauer: jeweils  circa 3 Minuten


Tiefe Hirnstimulation: eine effektive Behandlung bei Bewegungsstörungen (Parkinson, Tremor, Dystonie)

 


 

Wenn die tiefe Hirnstimulation an erfahrenen Zentren unter Einhaltung eines hohen technischen und fachlichen Standards durchgeführt wird, sind immer wieder beeindruckend positive Ergebnisse möglich, wie die Ergebnisse aus den erfahrenen Zentren in Deutschland eindrucksvoll zeigen. Ernsthafte Komplikationen sind dann in der Regel nicht zu befürchten. In Deutschland werden jedes Jahr ca. 500 Operationen zur Tiefen Hirnstimulation durchgeführt.

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Die Präzision des Eingriffs entscheidet ganz wesentlich über den Erfolg der Stimulation.

 

Welche Krankheiten können mit Tiefer Hirnstimulation behandelt werden?

 

PARKINSON:

 

Bei insgesamt ca. 300.000 Parkinsonpatienten in Deutschland wird die Operation leider nicht bei jedem Patienten helfen, die Symptome zu verbessern. Es ist daher sehr wichtig vorher schon zu wissen, bei welchen Patienten es aussichtsreich erscheint zu operieren.

 

TREMOR:

 

Zittern kann mehrere Ursachen haben und bei manchen Patienten derart ausgeprägt, dass alltägliche Verrichtungen nur noch mühsam oder gar nicht mehr funktionieren (z.B. Körperpflege, Ankleiden, Schreiben). Zudem ist das Zittern dann noch so auffällig, dass sich viele der betroffenen Patienten nicht mehr gerne in der Öffentlichkeit und z.B. auch bei Familienfesten zeigen.

 

Das Zittern (Tremor) gibt es bei Parkinson, beim sogenannten essentiellen Tremor, nach einer Schädigung des Gehirnes durch einen Unfall und auch bei der MS (Multiple Sklerose).

 

Dystonie:

 

Zustände von anhaltender Muskelanspannung und –Verspannung können sowohl in einzelnen, wie auch mehreren Muskelgruppen als auch im gesamten Körper auftreten, das Krankheitsbild nennt man Dystonie. Erkrankungen wie der Schiefhals gehören dazu. Hierbei gibt es erbliche wie auch spontan auftretende Formen.

 

Wie verläuft eine Operation?

 

Nach Fixierung des Kopfes in einem Ring wird eine Magnet Resonanz Tomographie des Kopfes durchgeführt. Mithilfe dieser Aufnahmen kann sowohl die Zielstrukur (Nucleus subthalamicus = STN, Nucleus Ventro-intermedius = Vim, Globus Pallidus internus = GPi) wie auch der Weg der Elektroden durch das Gehirn millimetergenau festgelegt werden. Gelingt diese spezielle MRT vor der Operation in völliger Ruhe kann dann am Operationstag mit angelegtem Ring auch eine Computertomographie

durchgeführt werden. Die MRT-Daten werden dann auf die CCT-Daten päzise übertragen.

 

Diese MRT- gestützte Operationsplanung hat während der letzten Jahre eine deutliche Verbesserung der Operationsergebnisse gebracht, sowohl bezüglich der Zielgenauigkeit, wie auch der Vermeidung ernsthafter Verletzungen des Gehirnes.

 

 

 

Für die Operation ist in der Regel ein acht- bis zehntägiger stationärer Aufenthalt notwendig. Der Eingriff wird in örtlicher Betäubung durchgeführt.
Ein erfahrener Anästhesist, der während der Operation mit Medikamenten darüber wacht, dass ein erholsamer Schlaf zwischendurch möglich wird, kontrolliert regelmäßig alle Herz- und Kreislauffunktionen. Die Operation am Gehirn verursacht keine Schmerzen, da das Gehirn selbst schmerzunempfindlich ist. Damit das lange Liegen nicht zu unangenehmen Schmerzen führt haben wir bei uns in Hamm regelmäßig eine Physiotherapeutin dabei, die mit Ihren Therapien erheblich dazu beiträgt, den mitunter langen Verlauf gut auszuhalten.

 

Heute ist es nicht mehr zwingend notwendig, alle Haare zu rasieren, bei unserem Zentrum in Hamm führen wir keine Rasur des Kopfes durch. Bei der Operation führt der Chirurg nach Anlage eines Hautschnittes und Öffnung des Schädels über eine 8mm große Öffnung zunächst eine Testelektrode ein. Manche Kliniken nehmen Öffnungen bis zu 15mm vor. Verläuft diese Teststimulation erfolgreich, wird unmittelbar im Operationssaal noch die Verbesserung von Steifigkeit, Beweglichkeit und Zittern beobachtet. Es ist immer ein weiterer Untersucher anwesend, der diese Wirkung und Nebenwirkung ständig überprüft. Sollten negative Wirkungen der Stimulation beobachtet werden, können diese nach Abschalten der Stimulation immer sofort unterbunden werden und kleine Korrekturen der Elektrodenposition kann der Operateur sofort vornehmen.

 

Zusätzlich können zur Bestimmung der Nervenzellaktivität vorübergehend sogenannte Mikroelektroden eingesetzt werden.

 

 

 

Neben der Kontrolle des Behandlungseffektes auf die Beweglichkeit wird auch eine Kontrolle der präzisen Platzierung der Elektrode mit einer Röntgenaufnahme erstellt.


 

 

In unserer Klinik wird möglichst noch am gleichen Tage der Impulsgeber in Vollnarkose unterhalb vom Schlüsselbein rechts platziert. Es ist genauso gut möglich diesen linksseitig oder im Bauchbereich einzusetzen.

 

Gefürchtete ernsthafte Komplikationen wie die Hirnblutung sind zum Glück sehr selten. Auch eher selten reagiert der Körper mit einer Infektion auf das implantierte Material. Dann muss meist eine Entfernung des Systems vorgenommen werden, und bis zur Neuimplantation ungefähr 2 Monate gewartet werden.

 

Nach der Operation wird in einer darauf spezialisierten Rehabilitationsklinik (oder auch neurologischen Fachklinik) die Feineinstellung des Stimulationsgenerators vorgenommen. Dabei wird auch eine Neueinstellung der Medikamente notwendig.

 

Welcher Patient kommt infrage?

 

1. Parkinson:

 

Vor der Behandlung wird diese Frage in Zusammenarbeit neurologischen Zentren erörtert. Dazu erfolgt eine stationäre Aufnahme in einem dieser Zentren. Eine wesentliche Voraussetzung ist das Ansprechen der Erkrankung auf die Gabe von L-Dopa. Das Ergebnis dieses Test liefert entscheidende Hinweise auf den zu erwartenden Erfolg einer Tiefen Hirnstimulation (sog. L-Dopa Test):

 

nach mehr als 12 Stunden ohne jegliche Parkinsonmedikamente wird getestet wie ausgeprägt die Steifigkeit und das Zittern sowie das Laufen eingeschränkt sind. Dann wird eine höhere Dosis Dopamin gegeben und untersucht um wieviel sich die Beweglichkeit dann verbessert. An dem Grad dieser Verbesserung ist ableitbar inwieweit ein Parkinsonpatient von einer Operation zur Tiefen Hirnstimulation profitieren wird.

 

Als weitere Untersuchungen zur Eignung sollte eine MRT-Untersuchung des Kopfes erfolgen, so dass wir sicher sind, dass keine Zeichen einer anderen Erkrankung vorliegen.

 

Auch wird eine Testung der geistigen Fähigkeiten durchgeführt.

 

Patienten, die gut auf L-Dopa ansprechen, jedoch an dem Auf- und Ab der Wirksamkeit (sog ON- OFF- Fluktuationen) leiden, können sehr effektvoll eine Hilfe durch die tiefe Hirnstimulation erfahren.

 

Wie alt darf ich sein? Eine oft gestellte Frage: Am meisten profitiert sicherlich der so genannte early-onset Patient (früher Beginn der Erkrankung). Es konnten aber auch schon bei Patienten über 70 Jahre sehr gute Ergebnisse erzielt werden. In der Regel sollten die dann noch infrage kommenden Patienten in rüstigem Allgemeinzustand sein.

 

1a) Was wird denn besser ?

 

Als Faustregel gilt: alle Symptome, die durch die Parkinson-Medikamente verbesserbar waren, sind auch mit der Tiefen Hirnstimulation verbesserbar.

 

Also: wenn das Laufen unter Medikamenten teilweise flüssig ging kann man damit rechnen, dass das auch nach der Operation so ist – nur mit dem entscheidenden Vorteil, dass nun eine dauerhaft bessere Beweglichkeit bestehen sollte.

Im Durchschnitt wird eine Verbesserung der Beweglichkeit um ca. 60% erreicht.

 

Die zum großen Teil unangenehme Überbeweglichkeit (Dyskinesien) wird um 80% reduziert, der Einspareffekt bei der Medikation liegt im Mittel bei über 50% der vor der Operation eingenommenen Dosis.

 

Es gibt sogar Patienten, die kaum noch Parkinson Medikamente benötigen.

 

Sehr gut reagiert ebenfalls das Muskelzittern (Tremor) auf diese Therapie. Eine Verbesserung im Bewältigen der Alltagaktivitäten wird im Durchschnitt um 50% erreicht.


 

 

1b) Hält der Effekt an?

 

Ja und Nein: in dem Masse wie die Antwort der Erkrankung auf Dopamin nachlässt, lässt auch der Effekt der Stimulation auf die Beweglichkeit nach. Dennoch wird auch viele Jahre nach Stimulation der Nutzen der Therapie sofort klar, wenn die Stimulation einmal versehentlich ausgeschaltet wird. Daher wird ein Ausschalten der Therapie von den Patienten so gut wie nie gewünscht (vorausgesetzt die Elektroden liegen richtig).

 

Es gibt Patienten, die aufgrund der Erkrankung zunehmende Einbußen ihrer geistigen Fähigkeiten erleiden oder Gleichgewichtsstörungen und Störungen der Gangsteuerung, diese Symptome einer fortgeschrittenen Parkinsonerkrankung, die in der Regel erst nach vielen Jahren auftreten, lassen sich leider nicht durch die Tiefe Hirnstimulation bessern.

 

2. Tremor:

 

Patienten, die derartig unter Zittern (Tremor) leiden, dass es zu erheblichen Beeinträchtigungen im Alltag kommt und man sich bereits von der Öffentlichkeit, Freunden und Familie zurückzieht sollten auch über die Tiefe Hirnstimulation beraten werden

Manchen Patienten helfen Medikamente, aber, wenn diese nicht mehr ausreichen oder zu Benommenheit führen ist der Gedanke an eine Operation nicht verkehrt.

 

Hier gilt auch keine absolute Altersgrenze, in meiner Erfahrung hat sowohl schon eine 16-jährige wie auch eine 86-jährige Patientin davon profitiert. Nicht immer lässt sich das Zittern ganz abstellen, zu weilen bleibt noch ein restliches Zittern zurück. Dennoch gibt es keinen Patienten, der sich nach einer Operation gewünscht hat, wir sollten das System ausstellen.

 

Welches System ist das Beste?

 

Diese Frage kann nicht eindeutig beantwortet werden. Im Einzelfall wird der erfahrene Neurochirurg/ Neurologe über die Möglichkeiten beraten um dann das passende für Sie auszuwählen.

 

Grundsätzlich hat man die Wahl zwischen Stimulatoren, die wieder aufladbar sind (dabei wird das Ladegerät von außen über dem Stimulator auf die Haut aufgelegt) und Modellen die nicht wieder aufladbar sind.

 

Bei den Elektroden hat sich seit 2014 die sogenannte „Directioal Lead“ etableirt. Diese Elektrode kann den Strom gezielter in verschiedene Richtungen lenken und so

vermeiden helfen, dass es zu Nebenwirkungen wie beispielsweise Sprechstörungen kommt.

 

Zusammenfassung

 

Die tiefe Hirnstimulation ist eine minimal invasive sehr effektive Behandlungsform des Morbus Parkinson mit nur kleinstem Nebenwirkungsrisiko. Dabei muss beachtet werden, dass nicht jeder Patient mit einem Parkinson davon profitiert und auf diese Art therapiert werden kann. Wenn eine Aussicht besteht, das Krankheitsbild durch die Tiefe Hirnstimulation zu bessern, werden die Kosten von der Krankenkasse bezahlt. Erfahrungen mit dem Verfahren bestehen heute seit mehr als 20 Jahren.

 

 

 Bei weiteren Fragen stehe ich Ihnen gerne zur Verfügung:

 

 

 Chefarzt Dr. med. Ralph Lehrke

 

Stereotaktische Neurochirurgie

 

Am Heessener Wald 1

 

59073 Hamm

 

E-Mail: stereotaxie@barbaraklinik.de

 

Zwei Erfahrungen deutscher Parkinson / Tremor  - Patienten mit der Tiefen Hirstimulation ( THS ) -

Sprache Deutsch  - Dauer: jeweils  circa 3 Minuten

Tiefe Hirnstimulation bei Bewegungsstörungen / Parkinson durch Dr. Lehrke, Leiter Neurochirurgie, Sankt  Barbara - Klinik Hamm mit Patientenkomentar.

Dauer: 15 Minuten

 

Patientenzitat

"  Mein Tremor hat mir jahrelang das Leben schwer gemacht so dass ich kaum noch essen konnte, somit entschied ich mich für diese OP.
Am 01.09.2017 wurde ich in der St. Barbara-Klinik Abt. Stereotaktische Neurochirurgie von Dr. Lehrke und Dr. Stroop erfolgreich operiert. Die OP hat ca. 5 Std. (bei örtlicher Betäubung) und(2,5 Std. Vollnarkose für den Schrittmacher) gedauert und war auch erträglich. Nach 6 Tagen konnte ich als neuer Mensch, ohne Zittern die Klinik verlassen.


Ich ärgere mich über jeden Tag den ich mich nicht habe früher operieren lassen. Die vielen Medikamente haben bei mir nur Nebenwirkungen verursacht. Dr. Lehrke und sein Kollege Dr. Stroop sind nicht nur ausgezeichnete Operateure mit langjähriger Erfahrung, sondern auch menschlich absolut zu empfehlende Ärzte.

Die Unterbringung in der Babara-Klinik, Station 4 hat mir auch gut gefallen, nettes Personal, immer freundlich sehr hilfsbereit. Meine Frau konnte für die Zeit im Gästehaus wohnen. So etwas gibt es heute kaum noch.
Heute (nach 4 Wochen) habe ich mich an den Schrittmacher gewöhnt, die Einstellungen mache ich, nach Anweisungen, selber und ich bin bestens zufrieden.

 

Einen herzlichen Dank gilt Dr. Lehrke und sein Team, ich würde mich immer wieder von Ihnen operieren lassen. "

 

Diese und weitere Meinungen zu Dr. Lehrke und der Tiefen Hirnstimulation bei Parkinson finden Sie unter:

 

SANEGO